Die meisten Oliven kommen nicht aus Bolivien. In England ist es nicht gerade eng. Und auf den Malediven werden nicht nur Diven gemalt. Doch bei einem Land passt alles zusammen: Ecuador liegt wirklich am Äquator! Wer allein deshalb einmal in dieses Land reisen möchte, kommt mit Deutsch oder Englisch nicht weit. Auch mit dem Spanischen wird es schwierig, weil Ecuador über sein ganz eigenes Spanisch verfügt. Nach der Lektüre des Sprachführers „Spanisch für Ecuador“ aus der Kauderwelsch-Reihe des „Reise Know-How“ Verlags lässt sich die Fahrt aber beruhigt antreten.
Neben seiner Lage am Äquator, hat Ecuador natürlich noch einiges mehr zu bieten. Es gilt als eines der landschaftlich vielfältigsten Länder der Welt. Zwischen riesigen Bananenplantagen in tropischem Klima und schneebedeckten Vulkanen liegt nur eine Tagesreise. Ins Schwärmen geriet Alexander von Humboldt schon vor über 200 Jahren und seitdem hat sich an der Faszination Ecuadors nichts geändert.
Statt einer Weltreise reicht also eine Tour durch Ecuador. Ein wenig Zeit sollte man dafür jedoch mitbringen, denn laut Sprachführer kann man Ecuador nicht gerade als „schnelllebig“ bezeichnen. Das für ein Treffen verabredete "mañana" (morgen) kann auch "pasado mañana" (übermorgen) bedeuten, im schlimmsten Fall sogar "próxima semana" (nächste Woche).
Die Ecuadorianer sind offen und herzlich. Das schlägt sich nicht zuletzt in ihrer Sprache nieder. Im Gegensatz zum Spanischen werden viele Verniedlichungen verwendet. Statt „un beso“ (ein Kuss) bekommt man „un besito“ (ein Küsschen), „un momento“ (ein Moment) wird zu einem bloßen „momentito“ (Momentchen) und wenn etwas klein ist, ist es nicht nur „chico“ sondern gleich „chiquito“ oder sogar „chiquitito“ (winzig!).
Natürlich sind die Einwohner Ecuadors nicht den ganzen Tag nur gut gelaunt. Wenn sie wütend werden, rufen sie schon einmal „Con esto no estoy de acuerdo.“ Der Sprachführer übersetzt dies zunächst als “mit dieses nicht bin von Übereinstimmung”. Dabei handelt es sich um die Übersetzung „Wort für Wort“, die ein besseres Verständnis des "Spanisch Ecuadors" herstellen soll. Wort für Wort tastet man sich an den Satz heran, der im Deutschen „Damit bin ich nicht einverstanden!“ lautet.
Der Sprachführer bietet zusätzlich verschiedene hilfreiche Kapitel an: „Das erste Gespräch“, „Floskeln und Redewendungen“ oder „Ecuadors Naturlandschaft“. Letztere ist, wie bereits lobend erwähnt, sehr üppig und vielfältig. Je nach Region ist es hilfreich zu wissen, wo man einen Wasserfall (catarata) zu sehen bekommt, eine Höhle (cueva) erkunden kann oder ob man sich womöglich schon der Schneegrenze (límite die nieva) nähert. Wenn allerdings jemand „Avalancha!!“ schreit, sollte man sich sputen und nicht mit Fragen aufhalten. Es greift zwar kein Indianerstamm an, dafür kommt eine „Schneelawine“ angerollt.
Weltbekanntes Highlight der Natur sind unbestritten die Galápagos-Inseln. Berühmt wurden sie durch Charles Darwin, der durch die Beobachtung der ungestörten Artenvielfalt eine Reihe von Anregungen für seine Evolutionstheorie erhielt. Die unterschiedlichen Tiere werden vom Sprachführer in ihrer Faszination noch gesteigert, wenn er ihre ecuadorianischen Namen verrät. Die Sumpfohreule, im Deutschen schon recht spektakulär benannt, hört auf den Namen „buho orejicorto“. Die Riesenschildkröte wird zur „tortuga gigante“. Die Bananenstaude dagegen heißt auch hier schlicht „banano“.
Wer die Gastfreundlichkeit, Schönheit und Vielfalt Ecuadors erforschen möchte, braucht ein paar Sprachkenntnisse. Diese werden im Sprachführer „Spanisch für Ecuador“ auf lebendige Art und Weise vermittelt. Viel Spaß damit!
Christoph Schlüter