In Ecuador herrscht ein ausgeprägtes Klassendenken. Rund 10% der ecuadorianischen Bevölkerung gehört zu der Schicht, die einen westlichen Lebensstandard genießt. Dieser Anteil übt einen großen Einfluss auf die Wirtschaft und Politik des Landes aus. Die meisten Mitglieder der Oberschicht sind weiß, katholisch und werten andere Menschen aus unteren Schichten ab. Besonders die Ureinwohner Ecuadors werden aufgrund ihrer Hautfarbe als Menschen 3. Klasse behandelt, obwohl sie etwa 90 % der Bevölkerung ausmachen. Eine Mittelschicht existiert so gut wie gar nicht. Nur sehr wenige Bürger in Ecuador zählen zu dieser Schicht oder sind im Übergang zur obersten Schicht.
Die Identität der Indianer ist durch den europäischen und amerikanischen Einfluss stark zurückgegangen. Nur langsam finden sie ihre Identität wieder, indem sie sich bewusst werden, dass sie keine Menschen 3. Klasse sind. In Städten und Dörfer wie Otavallo und Canar ist diese Entwicklung der Identitätsfindung stark ausgeprägt. Dort tragen die Einwohner traditionelle Trachten.