Spanisch lernen in Ecuador Spanisch lernen in Lateinamerika Spanisch lernen in Südamerika Spanisch lernen in Argentinien Spanisch lernen in Bolivien Spanisch lernen in Chile Spanisch lernen in Costa Rica Spanisch lernen in der Dominikanische Republik Spanisch lernen in der Dominikanische Republik Spanisch lernen in Ecuador Spanisch lernen in Guatemala Spanisch lernen in Kolumbien Spanisch lernen in Kuba Spanisch lernen in Mexiko Spanisch lernen in Nicaragua Spanisch lernen in Peru Spanisch lernen in Uruguay Spanisch lernen in Venezuela Spanisch lernen in Chile Spanisch lernen in Argentinien Spansich lernen in Uruguay Sprachkurse, Sprachschulen in Ecuador
Kontakt | Impressum

Erfahrungsbericht eines Workcamps in Santo Domingo, Ecuador, Südamerika

Spanisch lernen und soziales Engagement zeigen

Im Rahmen eines Sozialpraktikums, welches für mein Lehramtsstudium obligatorisch ist, habe ich 2006 an einem vierwöchigen Workcamp in Santo Domingo de los Colorados, Ecuador, teilgenommen. Ein Praktikum im Ausland erschien mir vor allem deshalb reizvoll, weil ich mich selbst in einer Situation kritisch beobachten wollte, in der es unumgänglich ist, seine eigenen Bedürfnisse zurückzustellen und sich mit Flexibilität und Toleranz anzupassen. Über den sozialen Kontakt hinaus sollten meine spanischen Fremdsprachenkompetenzen geprüft und erweitert werden.

Die von mir ausgewählte Organisation „Kolping Jugendgemeinschaftsdienste“, welche ihre Teilnehmer an gemeinnützige Projekte in aller Welt weitervermitteln, übernahm die Organisation von Flug, Unterkunft und Verpflegung sowie die Buchung eines einwöchigen Sprachkurses. In einem von ihnen angebotenen Vorbereitungsseminar in Bonn lernte ich die anderen acht Teilnehmerinnen kennen.

Ende August ging die Reise los: mit Lufthansa von Frankfurt über Miami nach Quito. Während der ersten Woche in der Hauptstadt Ecuadors wurden wir in einem Hostel zugehörig zur lokalen Kolpinggemeinschaft in Ecuador untergebracht. An den Vormittagen besuchten wir täglich fünf Stunden die Sprachschule "Colonial Spanish School". In Kleingruppen (2-3 Personen) war das Spanisch lernen besonders intensiv. An den Nachmittagen bot es sich an, diverse kleinere Ausflüge zu machen, beispielsweise zum höchsten aktiven Vulkan der Erde, dem Cotopaxi.

Im 125km entfernten Santo Domingo de los Colorados begann dann die eigentliche Herausforderung: die Mitarbeit im Kinderheim „Valle Feliz“ (´glückliches Tal´). Bereits 1990 gründete die deutsche Schwester Claudia Fischer diese gemeinnützige Einrichtung und brachte ihren Aufbau voran. In vier Häusern leben ca. 70 Kinder im Alter von 1-15 Jahren. Sie sind Halb- oder Vollwaisen, oder kommen aus zerrütteten Familienverhältnissen. 1998 wurde dem Heim ein Jugendhaus angeschlossen. Dort werden Mädchen ab 15 Jahren, die eine Lehre machen, noch zur Schule gehen oder studieren, betreut. Sie sind für ihre Mahlzeiten und die Sauberkeit ihres Hauses selbstverantwortlich. Die vier Häuser des Kinderdorfes werden von einheimischen Hausmüttern betreut. Sie kümmern sich Tag und Nacht geduldig und liebevoll um die Kinder. Für Haus und Garten stehen ihnen qualifizierte Kräfte (Gärtner, Hausmeister, Wächter) und pädagogisch geschultes Personal (Sozialarbeiterin, Psychologin) zur Seite.

Da die Einrichtung keine Unterstützung vom Staat erhält, werden die Kosten für Ernährung, Kleidung, Kindergarten, Schule, Personal, ärztliche Versorgung und solche für die Erhaltung und Pflege des Heims mit Spendengeldern finanziert.

Der Tag im Valle Feliz begann für uns Workcampteilnehmerinnen jeden Morgen gegen 8 Uhr. Zu dieser Zeit befanden sich die Kinder bereits im Kindergarten oder in der Schule, sodass wir den Vormittag nutzten, um den Hausmüttern bei der Hausarbeit zu helfen und die Inneneinrichtung der Häuser zu verschönern. Ausnahmen bildeten die Vormittage, an denen wir uns beispielsweise den Kindergarten und die Schule in Santo Domingo de los Colorados ansahen. Schon zwei Jahre vor der Gründung des Kinderheims hatte Señora Claudia in dem Armenviertel ´Monteneros de Alfaro´ einen Kindergarten errichtet. Die Kinder werden dort von ecuadorianischen Erzieherinnen betreut und auf die Schule vorbereitet. Sie bekommen täglich, was in ecuadorianischen Familien keinesfalls selbstverständlich ist, eine warme Mahlzeit. Mit den Schulkindern fand während dieser Zeit ein gemeinsames Mittagessen mit Tischgebet zu Hause im Heim statt. Nach dem gemeinsamen Abwasch bestand der Nachmittag darin, sich mit den ganz Kleinen zu beschäftigen, während die Älteren ihre Hausaufgaben machten. Gegen 17 Uhr kamen dann alle zusammen und die von uns geplanten Spielmöglichkeiten wurden zahlreich und mit Begeisterung wahrgenommen. Vor dem gemeinsamen Abendessen halfen wir beim Duschen der Kinder. Nicht selten wurden wir um das Vorlesen einer Gutenachtgeschichte gebeten.

Das Praktikum brachte viele neue Erfahrungen mit sich, die ich sicher für meinen späteren Lehrberuf nutzen können werde. Die Kinder des Valle Feliz leben ihren Alltag mit so viel Freude und gehen mit einer für mich bis dato unbekannten Motivation zur Schule. Die Gruppendynamik und der hilfsbereite Umgang der Jüngeren und Älteren untereinander haben mich tief beeindruckt. In einigen Momenten mussten wir aber auch an unsere Grenzen gehen. Die soziale Begegnung mit einem Mädchen mit Down-Syndrom, bei der aufgrund der Verständigungsprobleme ein sexueller Missbrauch nur vermutet werden konnte, ging uns sehr nahe.

Eine Woche vor der Abreise aus Ecuador mussten wir uns unter Tränen von den Kindern verabschieden. Wir brachen auf, um uns ein differenzierteres Bild von dem Land Ecuador mit seiner Landschaft und Kultur zu machen. Unter anderem machten wir einen Ausflug in den tropischen Regenwald (Ausgangspunkt für geführte Touren ist die Stadt Tena) und eine Tagestour nach Otavalo, eine Stadt 110km nördlich von Quito (etwa zwei Busstunden auf der Panamericana), die für ihren farbenfrohen Markt bekannt ist.

Im Rückblick hat mich diese Erfahrung um einiges reicher gemacht. Der lebendige Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen hat das Spanischlernen täglich ein kleines Stück vorangebracht und uns darüber hinaus einen tiefen Einblick in die Kultur Ecuadors ermöglicht. Dieses Praktikum im Ausland wird daher mir, den anderen Workcampteilnehmerinnen und hoffentlich auch den Kindern des Valle Feliz noch lange in Erinnerung bleiben.


Spanisch lernen in Ecuador · Sprachreisen · Sprachreise-Blog · FAQ · Impressum · Sitemap